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Herzratenvariabilität 2018-05-08T12:59:46+02:00

Herzratenvariabilität

Unser Herz bildet sich als erstes Organ in der sechsten Schwangerschaftswoche und schlägt für den Rest unseres Lebens. Unser Herzschlag varriert dabei anforderungsabhängig. D. h. das Herz muss sich ständig den Umgebungsbedingungen anpassen, z. B. bei Stress oder körperlicher Tätigkeit, aber auch im Schlaf oder in Entspannungsmomenten. Selbst unsere Gedanken und Emotionen beeinflussen unseren Herzschlag in Echtzeit. Diese Anpassungsprozesse drücken sich in der Herzratenvariabilität aus.

Konkret gibt unser Sinusknoten als „Schrittmacher“ des Herzens den Herzrhythmus vor. Je nach Bedarf wird dieser jedoch über unser Hormon- bzw. Nervensystem moduliert. Dieser Anpassungsprozess ist lebenswichtig. Eine geringe Herzratenvariabilität deutet auf einen erheblich schlechteren Gesundheitszustand hin als eine hohe (d. h. flexible) Herzratenvariabilität. Eine HRV-Messung mit Nilas MV® gibt deshalb anhand der verschiedenen Auswertungsparametern Aufschluss über die Fähigkeit eines Organismus, den ständigen Anforderungen gerecht zu werden.

Stark eingeschränkte HRV, kaum Anpassungs- und Regulationsvorgänge

Mehr Regulationsprozesse

Regelmäßige Ausschläge („Tannenwipfel“) und deutlich besseres Regulationsvermögen

Hohe Herzratenvariabilität im tiefentspannten Zustand (Meditation) oder bei ausgezeichneter körperlicher Verfassung

Im Zusammenhang mit der Herzratenvariabilität (HRV) spricht man auch von der „Regulationsfähigkeit“ eines Organismus. Was man als „Selbstheilungskräfte“ bezeichnet, ist im Grunde Selbstregulation. Ist diese Regulationsfähigkeit gestört, entstehen nach dem Drei-Phasen-Modell der Krankheitsentstehung aus den Regulationsstörungen zunächst Funktionsstörungen und dann Krankheiten. Eine HRV-Messung mit Nilas MV® ist daher eine Möglichkeit, Störungen bereits frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls die Regulationsfähigkeit zu unterstützen und so der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen.

Nilas MV® misst 300 Herzschläge und wertet deren Herzratenvariabilität automatisch aus. Mittels mathematischer Algorithmen können aus dieser ca. 5 Minuten dauernden Messung umfangreiche Auswertungsparameter berechnet werden. Dabei unterscheidet man zwischen zeitlichen Auswertungsmodellen („Time-Domain“), bei denen z. B. die Abstände zwischen zwei EKG-Zacken („R-R-Intervalle“) berechnet werden, sowie Auswertungen der Frequenzbänder bzw. Spektralanalyse („Frequency Domain“). Langsame Schwingungen/Frequenzen stehen in Verbindung mit der Aktivität des Sympathikus, dem „Gaspedal“ unseres vegetativen Nervensystems. Schnelle Frequenzen entsprechen der Tätigkeit des Parasympathikus, der „Bremse“, die den Herzschlag nach Aktivität oder Stressbelastung wieder herunterregeln soll. Verschiedene Algorithmen ermitteln dabei z. B. Standardabweichungen aller gemessenen Herzschläge oder den Prozentsatz an Intervallen die mindestens 50 ms vom vorausgegangenen Intervall abweichen.

Das dritte Auswertungsverfahren für die Herzfrequenzvariabilität ist der Poincarè-Plot bzw. das Skatterogramm (“Non-linear Results“), das die Dichte und Verteilung der Herzschläge zeigt.

Nilas MV® wertet zusätzlich einen weiteren Faktor der Herzratenvariabilität aus: die fraktale Dynamik des Nervensystems. Dieses nicht-lineare Verfahren basiert auf der Chaostheorie (d. h. der evidenzbasierten Untersuchung multivariabler, nicht-linearer und nicht-periodischer Systeme) und der Fraktalmathematik (Untersuchung von selbstähnlichen, sich wiederholenden Strukturen innerhalb der Herzratenvariabilität). Dies ermöglicht es uns, mit einer 5-minütigen HRV-Messung so komplexe Werte zu erhalten.

Die Herzratenvariabilität ist also ein anerkannter medizinischer Parameter, der auch in der klinischen Diagnostik verwendet wird, z. B. für
– Risikodiagnostik (z. B. HRV als Risikomarker für Herzkreislauferkrankungen, frühzeitiges Erkennen des Gefährdungsrisikos für diabetische Neuropathie)
– Präventionsdiagnostik/Gesundheitsprognostik
– Stressbelastungsdiagnostik
– Therapiekontrolle (z. B. bei psychophysiologischen Behandlungen mittels Betablockern, Antiarrhythmika, Diuretika und blutdrucksenkenden Mitteln)
– Evidenzbasierte Diagnostik für Medizin und Komplementärmedizin, z. B. bei der Evaluierung der Wirkung komplementärmedizinischer Behandlungsmethoden

Nilas MV® „übersetzt“ diese komplexen Werte bzw. Rechenmodelle in anschauliche Grafiken, welche die Zusammenhänge nicht nur für den Anwender schneller, einfacher und holistisch interpretierbar machen, sondern auch für die Patienten oder Klienten anschaulich und nachvollziehbar machen.